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Die Zugbindung der DB erklärt.

Die Deutsche Bahn setzt bei Ihren Supersparpreisen und Sparpreisen die sogenannte Zugbindung ein, um die Auslastung von Zügen zu steuern. Aber auch Flexpreise unterliegen einer Streckenbindung. Alles zu Zug- und Streckenbindung erfahrt ihr hier!

Geltungsdauer

Die Geltungsdauer eines Tickets ist auf dem Ticket selbst angegeben.

Es ist die Geltungsdauer aus den Beförderungsbedingungen A2.5.1 zu beachten. Demnach gilt ein Flexpreis bis 100 km Entfernung bis 3 Uhr des Folgetages und ein Flexpreis ab 100 km Entfernung bis 3 Uhr des zweiten auf den Geltungstag folgenden Tag. Die Fahrt muss allerdings am ersten Tag angetreten werden, kann dann allerdings beliebig unterbrochen werden.

Bei Sparpreisen und Supersparpreisen sind die gleichen Regelungen (Beförderungsbedingungen A3.4) gültig. Demnach gilt das Ticket, unabhängig von der Entfernung, bis 10 Uhr am Folgetag.

Zugbindung

Die Zugbindung gilt in der Regel nur für den Fernverkehr. Dabei ist man an die Zugnummer am entsprechenden Tag gebunden. Die Züge mit Zugbindung sind im Wegetext des Tickets unter „VIA“ mit den entsprechenden Abfahrtszeiten aufgeführt.

Züge im Nahverkehr können während der gesamten Geltungsdauer des Tickets flexibel genutzt werden. Sie unterliegen der Zugbindung nicht.

An diese Zugbindung muss man sich grundsätzlich halten. Fährt man mit einem anderen Fernverkehrszug auf der Strecke, ist man ohne gültiges Ticket unterwegs und riskiert eine Fahrpreisnacherhebung oder ein Nachlösen des Tickets im Zug. Auch, wenn man den Fernverkehrszug aus eigenem Verschulden verpasst, hat man keinen weiteren Anspruch auf Beförderung.

Bei der Wahl der Nahverkehrszüge im Vorlauf ist zu beachten, dass man immer rechtzeitig am Bahnhof ankommt, um den Fernverkehrszug im Anschluss zu erreichen. Dazu sind die Mindestumstiegszeiten zu beachten (wenn eine Verbindung in der Reisendenauskunft angezeigt wird, ist die Mindestumstiegszeit erfüllt. Die genauen Mindestumstiegszeiten findet man im Kursbuch).

Wenn man die Fernverkehrszüge gar nicht nutzen möchte, muss diese Regelung nicht beachtet werden. Die Nahverkehrszüge lassen sich unabhängig vom Fernverkehr innerhalb des gesamten Geltungszeitraums nutzen.

Aufhebung der Zugbindung

Wird die Zugbindung aufgehoben, kann man jede Verbindung im Nahverkehr und Fernverkehr der DB innerhalb der Geltungsdauer nutzen. Dabei kann man auch die nächsthöhere Zugklasse nutzen. Hat man ein IC-Ticket, darf man auch ICE fahren.

Die Zugbindung wird in vielen Fällen aufgehoben. Einerseits können Zugbindungen auf freiwilliger Basis in Reisezentren und an der DB Information mit einem Stempel aufgehoben werden. Dies empfielt sich insbesondere dann, wenn die Aufhebung der Zugbindung unklar ist oder man kein Anspruch darauf hat.

Bei Störungen im Betriebsablauf (Verspätung, Zugausfall) wird die Zugbindung allerdings häufig automatisch aufhoben. Hierzu gilt: „Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Reisende mit einer Fahrkarte der Produktklassen ICE, IC/EC oder mit einer zuggebundenen Fahrkarte am Zielbahnhof gemäß Beförderungsvertrag mindestens 20 Minuten verspätet ankommen wird, hat er unverzüglich die Wahl zwischen
(i) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof bei nächster Gelegenheit oder
(ii) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof zu einem späteren Zeitpunkt. Er kann dabei auch den Zug einer höherwertigen Produktklasse benutzen. Die Benutzung eines reservierungspflichtigen Zuges oder eines Sonderzuges ist allerdings nicht gestattet.“

Ein paar Beispiele dazu:
Hat ein Zug 20 Minuten Verspätung, die nächste Umstiegszeit beträgt allerdings 30 Minuten, erreicht man den Anschlusszug und die Zugbindung ist nicht aufgehoben, da man das Ziel pünktlich erreichen kann.
Hat ein Zug gemäß bahn.de ein Verspätung von 10 Minuten am nächsten Umstiegsbahnhof, die nächste Umstiegszeit beträgt allerdings nur 5 Minuten, sodass man voraussichtlich den Anschlusszug verpasst und der nächste Anschlusszug erst 30 Minuten später fährt, ist die Zugbindung aufgehoben.

Streckenbindung

Bei Flexpreisen gilt keine Zugbindung, aber eine Streckenbindung. Man kann alle Züge innerhalb der Geltungsdauer nutzen, wenn die Strecke der gebuchten Strecke entspricht. Die Strecke ist als Kürzel der Leitpunkte angegeben.

Entscheidet man sich, eine andere Strecke zu fahren, sollte man zuvor eine Umwegfahrkarte im Reisezentrum kaufen. Diese kann je nach Aufpreis zur gebuchten Strecke auch kostenlos sein. Eine Umwegfahrkarte kann auch an Bord gekauft werden, dann muss allerdings der Bordzuschlag in Höhe von 17€ zusätzlich bezahlt werden.

Klassenbindung

Bei Supersparpreisen gilt zusätzlich auch noch die Klassenbindung. Mit einem Ticket für die 1. Klasse darf auch nur die 1. Klasse und nicht die 2. Klasse genutzt werden.