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Günstig mit der Bahn durch Deutschland: So geht es!

Als Kritikpunkt der Deutschen Bahn werden häufig die teuren Preise angeführt. Man kann jedoch günstige Tickets bei der Bahn finden, wenn man Zeit, Interesse und Geduld mitbringt. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, werde ich hier vorstellen.

Auch langsamere Verbindungen anzeigen

Zunächst beschäftigen wir uns mit der Seite, auf der die meisten Bahnfahrenden zuerst landen: Die Startseite (bahn.de) und das Auskunftssystem (auch HAFAS genannt). Hierzu gibt man normalerweise einfach seine Daten ein und klickt auf „Suchen“. Allerdings gibt es hier eine Checkbox „Schnellste Verbindungen anzeigen“, die suggeriert, dass beim Deaktivieren schnelle Verbindungen ausgeblendet werden. Dem ist aber nicht so, es werden nur zusätzlich auch langsame Verbindungen angezeigt. Und hier kann man oft schon viel Geld sparen, denn Verbindungen mit dem IC sind oft günstiger als mit dem ICE.

Sparpreisfinder

Der Sparpreisfinder ist die bekannteste Methode, um günstige Tickets zu finden. Zu finden ist er im zweiten Tab auf bahn.de. Dort gibt man Start- und Endbahnhof ein und erhält eine Übersicht mit den günstigsten Verbindungen an dem angegebenen Tag. Dies ist gerade für Personen praktisch, die flexibel innerhalb eines Tags fahren können.

Diese Möglichkeit gibt es auch für ausländische Ziele. Dazu einfach „Start oder Ziel außerhalb Deutschlands“ wählen.

Im DB Navigator wird der Sparpreisfinder zukünftig als Bestpreisfinder zu finden sein.

Bahn.guru

Wer so flexibel ist, dass er nicht an einem festgelegten Tag mit der Bahn fahren muss, kann das Tool bahn.guru nutzen. Dort wählt man die Daten und erhält eine Monatsansicht über die günstigsten Preise an den jeweiligen Tagen.

1. Klasse buchen

Klingt verrückt, ist aber so: Teilweise ist es günstiger oder gleich teuer, in der 1. Klasse zu fahren. Dies liegt am Tarifsystem der Bahn: Wenn die Auslastung in der 1. Klasse gering ist und die 2. Klasse deutlich stärker nachgefragt ist, dann erhält man für die 1. Klasse einen besseren Sparpreis. Auch im Sparpreisfinder und bei bahn.guru lohnt es sich also, einmal die 1. Klasse zu prüfen.

Zu ausländischen Zielen buchen

Wenn man von oder zu grenznahen Bahnhöfen fährt, lohnt es sich, auch mal die Bahnhöfe hinter der Grenze zu prüfen. In vielen Fällen ist das günstiger, obwohl die Strecke länger ist. Dies liegt daran, dass dann der Superspar- bzw. Sparpreis Europa ausgestellt wird und dieser andere Kontingente als der normale Superspar- bzw. Sparpreis hat.

eCoupons nutzen

Etwa zweimal im Jahr kooperiert die Deutsche Bahn mit Partnern, bei denen es eCoupons gibt. Diese eCoupons sind 8-stellig und nicht zu verwechseln mit Geschenkgutscheinen (7-stellig). In der Vergangenheit gab es dabei häufig Aktionen mit Ferrero, es mussten also Süßigkeiten gekauft werden und in diesen Aktionspackungen waren Codes zu finden. Diese Codes haben in der Regel einen Gegenwert von 5€, 10€ oder 15€. Bei der Einlösung gibt es einen Mindestbestellwert, der abhängig von der Aktion ist.

Sehr schön an diesen Aktionen ist, dass man bei Reisen mit zwei Personen auch zwei eCoupons einlöst und das ohne, dass sich der Mindestbestellwert erhöht. Bei Reisen mit einer Person lässt sich nur ein eCoupon einlösen.

Geschenkgutscheine günstiger kaufen

In der Vergangenheit gab bei REWE, Edeka und Penny Aktionen, bei denen Geschenkgutscheine günstiger zu erwerben waren. Da diese sich auch mit eCoupons kombinieren lassen, sind diese Aktionen sehr interessant. Zudem kann man auch die Bahncard damit bezahlen und somit günstiger erwerben.

Früher gab es die 29€ Gutscheine für 25€, was einem Rabatt von ca. 13,7% entspricht. Zuletzt waren allerdings nur noch die 30€ Gutscheine für 26€ im Angebot, was einem Rabatt von 13,3% entspricht.

Freifahrten nutzen

Durch Gewinnspiele und spezielle Aktionen der Bahn erhält man auch Freifahrten. Sehr interessant war hier beispielsweise die Aktion „Weltklimawette“, bei der Teilnehmer zwei Freifahrten erhalten haben.

Zudem bietet das BahnBonus Programm der Bahn Freifahrten, die oft auch noch sehr flexibel vor Abfahrt gebucht werden können, wenn genug Punkte vorhanden sind.

BahnBonus-Punkte kaufen

Es gibt Möglichkeiten, BahnBonus Punkte über Abonnements kostenpflichtig zu erwerben. Diese Punkte können dann wieder in Freifahrten umgewandelt werden. Dazu sollte man die Vorteilswelt im Auge behalten.

Der Nahverkehrstrick

Das Tarifsystem der Deutschen Bahn orientiert sich dabei am Fernverkehrsanteil und berechnet meist einen konstanten Aufpreis für den Abschnitt im Nahverkehr. Dies kann man ausnutzen, indem man einen sehr kurzem Abschnitt im Fernverkehr bucht und dann einen langen Abschnitt im Nahverkehr fährt.

Ländertickets und lokale Angebote nutzen

Ländertickets und lokale Angebote können sich sehr häufig lohnen. Leider findet man diese nicht immer über die Reiseauskunft der Bahn.

Auf Aufhebung der Zugbindung spekulieren

Bei einigen Verbindungen steht in den Hinweisen im Reisendeninformationssystem der DB schon früher, dass ein Zug Verspätung haben wird oder sich die Reisedaten noch ändern. Ein Hinweis darauf kann auch sein: „Bitte prüfen Sie die Reiseverbindung erneut kurz vor Abfahrt“. Wenn man hierfür ein günstigen Sparpreis bucht und die Verbindungsänderung dann noch eingepflegt wird, wird die Zugbindung aufgehoben, wodurch man quasi ein Flexpreis erhält. Allerdings ist dies natürlich keine Garantie. Wenn der Zug normal fährt, ist auch die Zugbindung einzuhalten.

Über die tschechische Bahn buchen

Die Tschechische Bahn bietet über ihre Seite oft günstigere Tickets an, die auch für innerdeutsche Verbindungen genutzt werden können.

Angebote der Konkurrenz buchen

Flixtrain fährt die Strecken Köln – Berlin und Köln – Hamburg. Oft sind die Preise dort, gerade kurzfristig, deutlich günstiger.

Auch der Nightjet der ÖBB fährt durch Deutschland. Während man im Schlafwagen sehr komfortabel reisen kann, gibt es auch günstige Optionen im Sitz- oder Liegewagen.

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Die Zugbindung der DB erklärt.

Die Deutsche Bahn setzt bei Ihren Supersparpreisen und Sparpreisen die sogenannte Zugbindung ein, um die Auslastung von Zügen zu steuern. Aber auch Flexpreise unterliegen einer Streckenbindung. Alles zu Zug- und Streckenbindung erfahrt ihr hier!

Geltungsdauer

Die Geltungsdauer eines Tickets ist auf dem Ticket selbst angegeben.

Es ist die Geltungsdauer aus den Beförderungsbedingungen A2.5.1 zu beachten. Demnach gilt ein Flexpreis bis 100 km Entfernung bis 3 Uhr des Folgetages und ein Flexpreis ab 100 km Entfernung bis 3 Uhr des zweiten auf den Geltungstag folgenden Tag. Die Fahrt muss allerdings am ersten Tag angetreten werden, kann dann allerdings beliebig unterbrochen werden.

Bei Sparpreisen und Supersparpreisen sind die gleichen Regelungen (Beförderungsbedingungen A3.4) gültig. Demnach gilt das Ticket, unabhängig von der Entfernung, bis 10 Uhr am Folgetag.

Zugbindung

Die Zugbindung gilt in der Regel nur für den Fernverkehr. Dabei ist man an die Zugnummer am entsprechenden Tag gebunden. Die Züge mit Zugbindung sind im Wegetext des Tickets unter „VIA“ mit den entsprechenden Abfahrtszeiten aufgeführt.

Züge im Nahverkehr können während der gesamten Geltungsdauer des Tickets flexibel genutzt werden. Sie unterliegen der Zugbindung nicht.

An diese Zugbindung muss man sich grundsätzlich halten. Fährt man mit einem anderen Fernverkehrszug auf der Strecke, ist man ohne gültiges Ticket unterwegs und riskiert eine Fahrpreisnacherhebung oder ein Nachlösen des Tickets im Zug. Auch, wenn man den Fernverkehrszug aus eigenem Verschulden verpasst, hat man keinen weiteren Anspruch auf Beförderung.

Bei der Wahl der Nahverkehrszüge im Vorlauf ist zu beachten, dass man immer rechtzeitig am Bahnhof ankommt, um den Fernverkehrszug im Anschluss zu erreichen. Dazu sind die Mindestumstiegszeiten zu beachten (wenn eine Verbindung in der Reisendenauskunft angezeigt wird, ist die Mindestumstiegszeit erfüllt. Die genauen Mindestumstiegszeiten findet man im Kursbuch).

Wenn man die Fernverkehrszüge gar nicht nutzen möchte, muss diese Regelung nicht beachtet werden. Die Nahverkehrszüge lassen sich unabhängig vom Fernverkehr innerhalb des gesamten Geltungszeitraums nutzen.

Aufhebung der Zugbindung

Wird die Zugbindung aufgehoben, kann man jede Verbindung im Nahverkehr und Fernverkehr der DB innerhalb der Geltungsdauer nutzen. Dabei kann man auch die nächsthöhere Zugklasse nutzen. Hat man ein IC-Ticket, darf man auch ICE fahren.

Die Zugbindung wird in vielen Fällen aufgehoben. Einerseits können Zugbindungen auf freiwilliger Basis in Reisezentren und an der DB Information mit einem Stempel aufgehoben werden. Dies empfielt sich insbesondere dann, wenn die Aufhebung der Zugbindung unklar ist oder man kein Anspruch darauf hat.

Bei Störungen im Betriebsablauf (Verspätung, Zugausfall) wird die Zugbindung allerdings häufig automatisch aufhoben. Hierzu gilt: „Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Reisende mit einer Fahrkarte der Produktklassen ICE, IC/EC oder mit einer zuggebundenen Fahrkarte am Zielbahnhof gemäß Beförderungsvertrag mindestens 20 Minuten verspätet ankommen wird, hat er unverzüglich die Wahl zwischen
(i) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof bei nächster Gelegenheit oder
(ii) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof zu einem späteren Zeitpunkt. Er kann dabei auch den Zug einer höherwertigen Produktklasse benutzen. Die Benutzung eines reservierungspflichtigen Zuges oder eines Sonderzuges ist allerdings nicht gestattet.“

Ein paar Beispiele dazu:
Hat ein Zug 20 Minuten Verspätung, die nächste Umstiegszeit beträgt allerdings 30 Minuten, erreicht man den Anschlusszug und die Zugbindung ist nicht aufgehoben, da man das Ziel pünktlich erreichen kann.
Hat ein Zug gemäß bahn.de ein Verspätung von 10 Minuten am nächsten Umstiegsbahnhof, die nächste Umstiegszeit beträgt allerdings nur 5 Minuten, sodass man voraussichtlich den Anschlusszug verpasst und der nächste Anschlusszug erst 30 Minuten später fährt, ist die Zugbindung aufgehoben.

Streckenbindung

Bei Flexpreisen gilt keine Zugbindung, aber eine Streckenbindung. Man kann alle Züge innerhalb der Geltungsdauer nutzen, wenn die Strecke der gebuchten Strecke entspricht. Die Strecke ist als Kürzel der Leitpunkte angegeben.

Entscheidet man sich, eine andere Strecke zu fahren, sollte man zuvor eine Umwegfahrkarte im Reisezentrum kaufen. Diese kann je nach Aufpreis zur gebuchten Strecke auch kostenlos sein. Eine Umwegfahrkarte kann auch an Bord gekauft werden, dann muss allerdings der Bordzuschlag in Höhe von 17€ zusätzlich bezahlt werden.

Klassenbindung

Bei Supersparpreisen gilt zusätzlich auch noch die Klassenbindung. Mit einem Ticket für die 1. Klasse darf auch nur die 1. Klasse und nicht die 2. Klasse genutzt werden.